Wirtschafts- und Sozialrat

Der Wirtschafts- und Sozialrat (Economic and Social Council, kurz ECOSOC) ist eines der sechs Hauptorgane der UN und kümmert sich um Fragen bezüglich der Wirtschaft, dem Sozialwesen, der Kultur, Erziehung und Gesundheit (UN-Charta Art. 62). Jährlich tritt der Wirtschafts- und Sozialrat abwechselnd in New York und Genf zusammen. 
Der Wirtschafts- und Sozialrat besteht aus 54 Mitgliedstaaten. Das Sitzverhältnis des Wirtschafts- und Sozialrates ist nach Regionalgruppen festgesetzt sodass Entwicklungsländer, entsprechend seinen Aufgaben, überrepräsentiert sind.
Ein Drittel der 54 Mitgliedsstaaten werden jährlich auf eine Amtszeit von 3 Jahren wiedergewählt.

Die Resolutionen des Wirtschafts- und Sozialrates sind nur Empfehlungen gegenüber der Generalversammlung, allen Mitgliedern der UN und Sonderorganisationen. Auch wenn die Resolutionen des Wirtschafts- und Sozialrates völkerrechtlich nicht bindend sind, sollte man diese nicht unterschätzen, da der Wirtschafts- und Sozialrat bemüht ist, Resolutionen immer mit breiter Mehrheit oder sogar im Konsens der Mitgliedsstaaten zu verabschieden.
Darüber hinaus kann der Wirtschafts- und Sozialrat spezialisierte Nebenorgane berufen und koordiniert die Arbeit von 15 Sonderorganisationen, zehn funktionalen Kommissionen und fünf Regionalkommissionen.

Themen:

Abkommen zum Schutz des Regenwaldes

Der Regenwald ist eines der Kippelemente des Klimawandels, wird weiterhin in der gleichen Intensität wie heute Waldfläche abgeholzt, ist der Klimawandel nicht mehr aufzuhalten. Momentan gibt es kein internationales Abkommen, sondern einzig nationale Übereinkünfte. Insgesamt stehen nur 47% der Regenwälder unter Schutz. Aufgrund der Unaufschiebbarkeit des Problems hat der Wirtschafts- und Sozialrat das Thema auf seine Agenda gestellt.

Verbesserungen der Chancengleichheit im Bildungssystem

Alle Kinder und Jugendliche sollten die gleichen Chancen auf gute Bildung haben. Diese Forderung ist in allen Ländern der UN durch Artikel 26 der Menschenrechte gesichert, doch in der Praxis sieht es oft anders aus: Die Bildungsaussichten hängen heutzutage sehr stark vom Entwicklungsstand des Heimatlandes, dem Geschlecht, der Religion und der sozialen Stellung der Familie ab. Da nur gleichwertige Bildung auch für gleichwertige Lebensverhältnisse sorgen kann, hat sich der Wirtschafts- und Sozialrat dazu entschlossen, das Thema zu behandeln.

Wirtschaftliche Entwicklung in Post-Konfliktzonen

Konflikt befriedet= Problem gelöst? Diese Herangehensweise hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass aus eigentlich befriedeten Konflikten innerhalb kürzester Zeit wieder neue Konflikte entstanden. Deshalb muss zu einer erfolgreichen Konfliktbekämpfung immer auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung nach der Konfliktbeendigung gehören. Denn ein Konflikt führt zu immensen Schäden in der Wirtschaft, wenn in diesen Regionen die wirtschaftliche Entwicklung nicht gezielt gefördert wird, entwickelt sich ein Teufelskreis, da eine schlechte wirtschaftliche Entwicklung neue Konflikte provoziert. Aktuelle Beispiele dafür sind z.B. der Sudan Konflikt, Libyen und auch die Konflikte in Mali. Aufgrund der zeitlichen Häufung von wieder aufflammenden Konfliktherden, hat die UN sich dazu entschlossen die wirtschaftliche Entwicklung in Postkonfliktzonen auf die Agenda des WiSo zu setzen.